08.07.08
Am Sonntag war’s also soweit - der Ironman Germany 2008 stand an. Elke und ich sind erst Samstagvormittag angereist und haben gleich
nach dem Abholen der Startunterlagen den Roland Blank betroffen. Der war schon bestens informiert und so erfuhr ich von ihm, dass Norman Stadler wegen “Schnupfen” seinen Start abgesagt hatte. He, he,
wieder einen Platz gut gemacht.
Also Rad einchecken und im Anschluss mit Roland, dem Thomas Stöckle und seiner Fan-Kurve Sarah Alcock zum Baden an den Langener Waldsee. Am Abend ein Sportler-Buffet im Hotel und dann früh ins Bett.
Die Nacht hab ich gut geschlafen - Gott sei Dank - denn um 4 Uhr war Aufstehen. Thomas und ich haben zusammen ein kleines Frühstück eingenommen und sind mit dem Shuttle-Bus zum Schwimmstart.
Die Wassertemperatur betrug 22,8 Grad, so dass der Neo erlaubt war. Am Start standen 2300 Athleten und es war wie bei jedem Massenstart ein Gehaue und ein Geprügel, erst ab der zweiten Runde wurde es
ein wenig besser. Obwohl ich dieses Jahr wenig geschwommen und dafür mehr radgefahren bin, fiel es mir erstaunlich leicht und so bin ich über meine Schwimmzeit von 01:08 Std. etwas überrascht und
sehr zufrieden.
Eigentlich war für den ganzen Sonntag bis zum Abend Regen angesagt, aber das Wetter spielte mit und es herrschten angenehme Temperaturen. Das Radfahren (2 Runden
à 90 km) lief für mich genial, denn die ersten 100 Kilometer konnte ich einen 35er Schnitt fahren, was zur Folge hatte, dass ich über 400 Plätze gut machen konnte. Ab km 60 kamen starke Windböen auf,
so dass man sich zurück Richtung Frankfurt auf dem Rad ziemlich klein machen mußte. Und dann ging die Windschattenfahrerei los. Es haben sich die ganze Zeit kleinere Gruppen gebildet, so das man
höllisch aufpassen mußte nicht in diese reinzufahren - und bei km 160 ist’s dann passiert. Plötzlich fährt so ‘ne Strecken-Marshall-Tussi auf dem Motorrad neben mir her, zeigt mir die schwarze Karte
(ohne vorher eine Verwarnung bekommen zu haben) und meint ganz trocken: “Ruh Dich in der nächsten Penalty-Box fürs Laufen aus” Toll, ich bin wirklich nicht
Windschatten gefahren, außerdem gings zu diesem Zeitpunkt gerade bergauf.
Was solls, also am “Heartbreak-Hill” (ja, so heißt der) 6 Minuten Zeitstrafe absitzen und mit dickem Hals wieder zurück nach Frankfurt zum letzten Wechsel. Letztendlich ist bei meiner Radzeit von
05:19 Std. ein 34er-Schnitt übrig geblieben.
Den abschließenden Marathon hatte ich mir vorgenommen durchzulaufen, zumal ich in den beiden Disziplinen zuvor persönliche Bestzeit hatte. Von Edi Kunz bekam ich noch den letzten Tipp das Laufen langsamer zu beginnen, als eingeplant, so habe ich es
gemacht und es hat geklappt. Zwar wollte ich die 42 km unter 4 Stunden laufen, aber die letzten beiden Runden (von Vier) haben dann schon weh getan und so wurden es 04:03 Std.
Letztendlich ist das gesamte Rennens optimal verlaufen. Gerade wegen meiner Fersenverletzung hatte ich Bedenken, dass ich das
abschließende Laufen nicht ganz durchhalten kann, aber die Ferse hielt und so bin mit meiner Endzeit von 10:40 Std. und Platz 706 von 2300 Startern hoch zufrieden, zumal ich meine Bestzeit um über 40
Minuten unterbieten konnte.
Wie lautete Jox’ letzte SMS an mich? “Der Schmerz wird Dich nicht töten!”
- und so wünsch ich ihm für sein Rennen am Sonntag in Roth ebenfalls alles Gute - und dann geht’s mit großen Schritten Richtung
Trans-Alpine-Run
